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Digitale Funkmikrofone
Verfasst: Mi Jan 05, 2011 6:47 pm
von AndreL
hat schon jemand digitale Funkmikrofone im täglichen Einsatz und kann seine Erfahrungen damit hier veröffentlichen?
Welche Firma nutzt Ihr?
Wie ist die Ausstattung?
Wie ist der Klang?
Werden analoge Funkmikrofone parallel dazu betrieben?
Verfasst: Fr Jan 07, 2011 8:18 am
von gebert
Welcher Hersteller hat bezahlbare digitale Mikrofone mit Zulassung? Habe mir die AKGs auf der Messe angeschaut. Machen einen ganz guten Eindruck, hatte sie aber noch nie live im Einsatz. Ich mag halt die Sennheiser oder Shure Mikrofone lieber.
LG
Andreas
Verfasst: Fr Jan 07, 2011 4:52 pm
von AndreL
Hallo Andreas,
bei Line6
http://de.line6.com/relay/ habe ich jetzt digitale Funkmikros gefunden die im 2,4GHz als RF-Trägerfrequenz verschlüsselt senden und somit weltweit Anmeldefrei eingesetzt werden können.
Bei Thomann gibt es auch ein Paar Bericht darüber.
André
Verfasst: Sa Jan 08, 2011 9:42 am
von gebert
Hmmmmm, ich würde da vorher mal die Bundesnetzagentur fragen. Ich habe da was in Hinterkopf, dass die benötigten Schaltbandbreiten da zu hoch sind ...
Andreas
Verfasst: So Jan 09, 2011 1:46 am
von elo22
AndreL hat geschrieben:
bei Line6
http://de.line6.com/relay/ habe ich jetzt digitale Funkmikros gefunden die im 2,4GHz als RF-Trägerfrequenz verschlüsselt senden und somit weltweit Anmeldefrei eingesetzt werden können.
Finde ich nicht so prickelnd diesen WLAN Bereich. Da ist IMHO schon zu viel unterwegs.
Lutz
Verfasst: Mo Jan 10, 2011 6:17 pm
von gebert
@ elo22
Ja, ich bin auch kein Freund davon. Da man da ja auf garantierte Bandbreiten angewiesen ist ... Da mutiert der Tonler zum IT-ler.
Wir haben bei einem Kunden HD Videostrecken via WLAN in Betrieb. Wenn man das einrichtet und testet ist alles gut. Wenn da dann 50 Leute sitzen und alle ihre Laptops anwerfen und Hotspots suchen bekommt man Latenzen wie Hulle auf die Bildverbindungen.
Lieber ne analoge Strecke im UHF, auch wenn sie irgendwann Geld kostet.
Andreas
Verfasst: Mo Jan 10, 2011 9:20 pm
von GuenterBe
gebert hat geschrieben:
Lieber ne analoge Strecke im UHF, auch wenn sie irgendwann Geld kostet.
Das kann aber in vielen Gegend viel schneller als erwartet kommen, das es Geld kostet (Zauberwort "LTE").
Gruß Günter
Verfasst: Di Jan 11, 2011 9:01 am
von gebert
Ahhhhh, den Ball lieber mal flach halten!
Off the records Infos aus dem Hause Shure, die mit der RegTP zusammen da sehr nahe an der Auslegung der Frequenzzuteilung ... dran sind legen die Hoffnung nahe, dass bis 2016 in vielen Fällen LTE nimmer interessiert. Vor allem in Ballungsräumen wird man da eher flächendeckendes WLAN haben. Man munkelt, dass man dann in vielen Bereichen Deutschlands die heutigen UHF Frequenzen wieder zugeteilt bekommt.
Wie geschrieben, ist nicht amtlich und verbrieft, ich würde da aber erst mal noch keine Panik schieben. Klar, bei Neuanschaffungen in die neuen Bänder gehen aber auf keinen Fall gute und funktionierende Anlagen jetzt schon panisch abstoßen ...
LG
Andreas
Verfasst: Di Jan 11, 2011 4:44 pm
von GuenterBe
gebert hat geschrieben:legen die Hoffnung nahe, dass bis 2016 in vielen Fällen LTE nimmer interessiert. Vor allem in Ballungsräumen wird man da eher flächendeckendes WLAN haben.
Das nährt Hoffnung, das ich meine Anlagen nicht Ende 2015 für 1€ anbieten muss...
gebert hat geschrieben:aber auf keinen Fall gute und funktionierende Anlagen jetzt schon panisch abstoßen ...
Psst!, leise ...so 2 bis 3 Strecken brauche ich aber noch, und zwar möglichst bald
Spaß beiseite, auf der einen Seite steht da die Mobilfunkindustrie, die viele Millionen in die Frequenzen geboten haben, und auf der anderen Seite muss es dem Kunden erst mal schmackhaft gemacht werden, dass Internet über LTE was Feines ist. Dazu gehören Stückzahlen (also viele, viele Kunden), damit es sich rentiert. Es kann sich auch zum Flop entwickeln...
Zurück zum Thema digitale Funken: AKG steht da so ziemlich allein da mit bezahlbaren Geräten, die eigentlich immer noch viel zu teuer sind. Auf der analogen Seite haben wir Shure mit der UHF-Serie (die zwar auch nicht wirklich billiger sind, aber dafür ein umfangreicheres Mikrofonangebot haben), die sind wesentlich etablierter in dem Bereich. Das sind jedoch Regionen, die hier etwas oversized sind.
Gruß Günter
Verfasst: Sa Jan 15, 2011 5:22 pm
von AndreL
bis hierher muss ich feststellen, das noch keiner digitale Mikrofone in der Anwendung hat aber alle wissen das sie nicht gut sind. Da muss ich mich mal wieder fragen woher ihr eure Informationen nehmt und auf welche realen, eigenen Erkenntnissen diese gegündet sind.
Schade.
Verfasst: Sa Jan 15, 2011 5:58 pm
von GuenterBe
AndreL hat geschrieben:bis hierher muss ich feststellen, das noch keiner digitale Mikrofone in der Anwendung hat aber alle wissen das sie nicht gut sind. Da muss ich mich mal wieder fragen woher ihr eure Informationen nehmt und auf welche realen, eigenen Erkenntnissen diese gegündet sind.
Schade.
Falsche Erkenntnis aus dem bisher geschriebenen und den bekannten Testberichten gezogen:
In einer "Produktion Partner" aus dem Jahr 2009 gibt es einen Testbericht über die AKG-Geräte. Dort wird auf die riesig große Schaltbandbreite hingewiesen, also den nutzbaren Frequenzbereich. Störungsfreie Multikanalsysteme sind damit ohne weiteres möglich. Die Qualität der Kapseln (C5 und D7) ist anerkannt und die Latenzen mehr als ausreichend gering.
Das Problem ist der für Privatanwender ungeeignete Preis.
Die Line6-Geräte haben nur das Problem in einem Frequenzbereich zu senden, der auch von anderen genutzt wird - und das kann im konkreten Einsatzfall enorme Probleme bringen und eine Ursachenbeseitigung ("schaltet doch mal alle Euer WLAN aus...") wird schwierig.
Weiteres (eigentliches) Resümee: Es hat sich niemand gemeldet und gesagt: "Ja, wir nutzen das und das Gerät und bei uns funktioniert es sehr gut."
Gruß Günter
Verfasst: Sa Jan 15, 2011 6:58 pm
von AndreL
Ich wollte eine persönliche Erfahrung aus dem Livebetrieb.
Und wenn keiner eine digitale Funkstrecke live in Betrieb hat ist das auch ok.
Verfasst: Mo Mai 16, 2011 7:28 pm
von Noslayer
Hab den thread gerade entdeckt...
Ich hab seit einigen Wochen Line6 Digital Funkstrecken in Betrieb, 5 Handsender und 3 Beltpacks für Bläser, dazu 2 Gitarrenfunks. Line 6 stellt 12 Kanäle zur Verfügung, 10 benutzen wir, funktioniert klaglos.
4ms Delay (entspricht 1,3 m) ist systembedingt, ist aber nicht hörbar/merkbar, allerdings wirds dann bald kritisch, wenn noch ein Digitalpult im Spiel ist, da könnens dann schon mal bis zu 7 - 8 ms werden. Das wär dann schon zuviel.
Verfasst: Fr Mai 20, 2011 12:48 pm
von gebert
@ Noslayer:
7-8ms sind kein Problem. Sind keine 3m. Da müsste jeder Chor Probleme mit dem Timing bekommen.
Gute Musiker und Techniker mit einem geschulten Gehör hören Delays ab ca. 30ms, Laien bemerken das erst ab 50-60ms.
LG
Andi
Verfasst: Sa Mai 21, 2011 1:21 pm
von hias.h
bei IEM und kopfhörern kann es schneller zu problemen kommen, aber überlegt doch mal, wie weit musiker auseinanderstehen und rechnet für eine bühnenbreite von 8m die schalllaufzeit aus.
Latenzen dieser größenordnung sind nur bei alignement und imaging wirklich problematisch
Verfasst: Mo Jan 09, 2012 5:36 pm
von Noslayer
Die 7 -8 ms sind zusätzlich, wenn der Monitor ca. 2 m weg ist, kommen noch mal ca. 6 ms dazu, alles zusammen dann schon an die 14 ms. Sing mal im Studio mit 10 ms Verzögerung, es wird kein vernünftiges feeling aufkommen.
Noch was zur Erfahrung mit Monitorlatenz: ich spiele selbst 5 - string Banjo, bei schnellem Picking (zB 1/8Noten bei 220 bps) ist bei 10 ms absolut Schluss, da geht nichts mehr.
Verfasst: Mo Jan 09, 2012 8:55 pm
von Sebastian
Noslayer hat geschrieben:Sing mal im Studio mit 10 ms Verzögerung, es wird kein vernünftiges feeling aufkommen.
Wobei es vermutlich so sein wird, daß keiner der Sänger sagen wird, daß die Verzögerung zu groß ist. Die werden von irgendwelchen anderen Symptomen oder Problemen berichten (zu leise, ...), wo dann erst mal der Techniker dahinter kommen muß, daß "nur" die Verzögerung zu groß ist.
Was die Frequenz bei 2.4 GHz betrifft, vermute ich, daß dieser Bereich in Zukunft immer voller werden wird. Also ich beobachte eine stetig zunehmende Zahl von mobilen Routern oder iPhones, ... die das Internet über WLAN mit anderen Geräten teilen.
Verfasst: Do Apr 12, 2012 4:43 pm
von Wolli
ich muss gestehen, dass wir in unserer Gemeinde seit ca. 3 Monaten mit einem Line6 V70 arbeiten und super zufrieden sind.
Aus meiner Sicht ist hier das Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar.
Wenn man sich noch etwas gutes tun möchte, dann legt man sich das V75 an. Bei dem lässt sich über eine USB Schnittstelle die software aktualisieren.
Ansonsten hat das Micro einen brillianten Sound. Störgeräusche habe ich nicht herausgehört. Die Entfernung Sender/Empfänger beträgt ca. 10 Meter.Auch bei weitern Entfernungen haben wir keine Probleme feststellen können.
Ich hab zwar nicht so viel Ahnung, aber das Ding arbeitet echt gut.
Verfasst: Mi Apr 18, 2012 5:17 pm
von gebert
@ Sebastian:
Ja, das Problem bemerken wir auch immer mehr. Auch bei den Konferenzanlagen von Beyerdynamic im WLAN und bei HDMI Strecken. Wenn man diese Anlagen vorführt, einrichtet und in Betrieb nimmt ist alles gut und die Welt ist heil. Wenn die Anlage in Betrieb ist und von 150 Teilnehmern reißen 50 ihren Laptop auf und suchen WLAN Routen geht das Theater los ...
Die Lösung von Sennheiser ins 1,8GHz Band ist da sinnvoller, da ist man (noch) alleine.
LG
Andreas Gebert